Es ist angerichtet... (Rheinpfalz) Viele Rezepte aus Großmutters Kochbuch Petra und Stefan Mohr setzen in der „Looganlage" in Gimmeldingen auf bodenständige Küche
Bald ist Wochenende - und damit auch mal wieder Zeit, etwas Neues in der Küche auszuprobieren. In der Serie „Es ist angerichtet" präsentieren Köche saisonale Kreationen zum Nachkochen und Genießen. Heute serviert Stefan Mohr, Inhaber des Alten Jagdhauses „Looganlage" im Gimmeldinger Tal saftige Pfannenschnitzel mit Bratkartoffeln und Salat. -Von Claus Jürgen Holler- Wer wandern geht im Pfälzerwald, muss in der Regel weder Hunger noch Durst leiden: Dicht ist das Netz der Waldhütten und Naturfreundehäuser, und auch so mancher professionelle Gastronom hat sich entlang den Waldwegen niedergelassen. So auch Stefan Mohr mit seiner Frau Petra, die das Alte Jagdhaus „Looganlage" vor zwei Jahren von den Eltern Roswitha und Berthold Mohr übernommen haben. Seit insgesamt 34 Jahren hat sich die Familie der Gastronomie verschrieben, 20 Jahre lang bewirtschafteten die Mohrs das Weinbiethaus, seit 1993 die Looganlage, die 1893 als Fischerhütte gebaut worden war. Später hat die Mußbacher Familie Hellmer das malerisch unter altem Baumbestand gelegene Haus als Jagdhütte genutzt. Erstmals als Gasthaus erwähnt wurden die „Looganlagen" im Jahre 1913. Seit dieser Zeit finden Wanderer dort Rast und Stärkung - und seit die Mohrs dort ihre Hausmannskost zubereiten, setzen sich auch immer mehr Leute ins Auto und fahren zum Essen ins Gimmeldinger Tal, wo es besonders an heißen Sommertagen angenehm kühl ist und man im Hintergrund den Mußbach plätschern hört, wenn man auf der von Bäumen beschatteten Terrasse sitzt. Konzipert hat die Familie Mohr die Looganlage als Tageswaldgaststätte - Betrieb herrscht außer an den beiden Ruhetagen montags und dienstags jeweils von 10 bis 18 Uhr: „Das hat mit den veränderten Ausflugsgewohnheiten zu tun", erklärt Stefan Mohr: Ausflüge würden heute nun mal eher tagsüber gemacht, den Abend beschlössen die meisten Besucher eher in einer Weinstube. „Wir verstehen die Looganlage als Symbiose von Essen, Trinken und Wald", beschreibt er die Philosophie. „Deftig, essbar und bezahlbar" seien die drei grundlegenden Anforderungen, die er an die Küche stellt. Ein Konzept, das bei den Leuten gut ankommt - sind freie Plätze doch auch an normalen Tagen eher selten, wenn man zu den Stoßzeiten kommt. Denn nicht nur das gute Essen schätzen die Stammgäste, sondern auch die familiäre Atmosphäre. Hauptsache hausgemacht Von der hausgemachten Kartoffel- oder Gulaschsuppe über die Pfälzer Klassiker wie Saumagen, Bratwurst und Leberknödel - übrigens von Vater Berthold Mohr nach Großmutters Rezept hausgemacht - bis hin zum Pfannenschnitzel mit Bratkartoffeln und Salat reicht die Bandbreite warmer Speisen. Auch Kleinigkeiten sind im Angebot, nachmittags gibt"s Kaffee und eine Kuchenauswahl. Immer samstags wird das Angebot mit einem Gericht aus Omas Rezeptbuch ergänzt: Da gibt es dann mal Saure Nierchen, mal Leber, mal „Saure Gebläddelde" oder schlicht und ergreifend „Blunz"; diesen Samstag sind „Brockelbohnen mit Hachée" an der Reihe. „Wir überlegen uns immer etwas Neues, und die Leute nehmen es dankbar an, weil man solche Gerichte ja kaum noch auf den Speisekarten findet", sagt Mohr. Die größte Fangemeinde haben jedoch die Pfannenschnitzel mit Bratkartoffeln: „Viele Leute sagen, dass sie die Schnitzel daheim nicht so hinbekommen wie wir", meint Mohr lachend. Sein Erfolgsrezept sei neben der Verwendung erstklassiger Zutaten, dass in der Küche für jedes Schnitzel frisches Pflanzenfett verwende und zum Braten eine „schöne alte gusseiserne Pfanne" zum Einsatz komme, aus der auch die Bratkartoffeln so lecker schmeckten. Bei aller Einfachheit - das Ergebnis überzeugt, und satt wird man bei den „Mohren" allemal. Weil"s dazu das eine oder andere leckere Bier vom Fass gibt, tritt man den Heimweg am besten ohne Auto an ...
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